Verteilungsgerechtigkeit im Gesundheitswesen –
Neue Ideen werden diskutiert

 

„Es ist dringend erforderlich, Prioritätensetzung, Rationalisierung und Rationierung im Gesundheitswesen offen zu thematisieren. […] Notwendige Rationierungsentscheidungen dürfen nicht an den einzelnen Arzt oder die einzelne Pflegekraft delegiert werden“, erklärte Prof. Dr. med. Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, in einer Rede zur Eröffnung der 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am 13. Februar 2011 in Stuttgart.

Mit dieser Aufforderung setzte Prof. Christoph Fuchs eine dringliche Diskussion in Gang. Er kritisiert deutlich die „derzeit praktizierte Leistungsbegrenzung in der medizinischen Versorgung ohne transparente Verteilungskriterien“. Zunehmend stellt sich die Frage, was für den durchschnittlichen Kassenpatienten finanzierbar und abrufbar ist. Vor allem für Geringverdienende und Kleinstrenter klafft die Schere zwischen dem, was medizinisch sinnvoll und notwendig ist, und dem, was an Versorgung für sie noch stattfinden kann immer weiter auseinander.

In einem öffentlichen Diskurs — unter Beteiligung der Ärzteschaft — müssen Kriterien für die Prioritätensetzung entwickelt werden. Dazu hat die Bundesärztekammer die Bildung eines Gesundheitsrates vorgeschlagen.
Hierbei bleibt nur zu hoffen, dass dieses neue hochdotierte Gremium nicht nur eine weitere Instanz in einem ohnehin schon schwerfälligen und aufgeblähten Gesundheitssystem wird, sondern vielleicht einmal ganz praktisch die Brücke zu den Patientinnen und Patienten  — eben zu den Geldgebern des Gesundheitssystems — schlägt. Lesen Sie weiter …

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