Goldimplantation bei arthrotischen Gelenken: Vierjährige prospektive Prä-Post-Studie zeigt signifikante Schmerzsenkung bei 2/3 der Patienten
Kurze Zusammenfassung
Goldimplantation ist eine Methode zur Schmerztherapie bei arthrotischen Gelenken, angewandt seit den 1970ern bei Tieren und den 1990ern bei Menschen. Zwei Doppelblindstudien am Menschen mit je 40 Teilnehmern belegen bereits die Wirksamkeit. Von 2015 bis 2025 haben der Verein Goldimplantation zur Gelenkbehandlung und Schmerztherapie – Team Ackermann, Hannover, und das Zentrum für Goldimplantation, Düsseldorf, die vorliegende prospektive Prä-Post-Studie durchgeführt, um das Potenzial der Goldimplantation als Schmerztherapie anhand einer hohen Zahl von Patienten mit Arthrose und über einen langen Beobachtungszeitraum zu bewerten.
Methoden
308 Gelenke von 262 Patienten mit arthrotischen Gelenkproblemen in Knie, Hüfte, Rücken, Hand, Fuß oder Schulter wurden in Düsseldorf ambulant mit Goldimplantation behandelt. Nach Ertasten individueller gelenknaher Schmerzpunkte wurden hier unter lokaler Betäubung Goldpartikel, abgeschnitten von einem 1 mm starken 24-karätigen Golddraht, mittels 14-G-Hohlnadeln nahe der Gelenkkapsel eingebracht.
Über einen Zeitraum von bis zu 4 Jahren und mehr wurden dann die Patienten in verschiedenen Intervallen – je nach Verfügbarkeit – von Hannover aus telefonisch befragt. Erfasst wurden ihr Gesundheitszustand, Alter, Gewicht, ihre Schmerzen vor der Behandlung und zum Zeitpunkt des Interviews auf einer Skala von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (unerträglich)) in Ruhe und unter Belastung und ihr Schmerzmittelverbrauch.
Ergebnisse
Die Patienten waren i. W. über 40 Jahre alt und litten an Arthrose hohen Grades, meist seit mehreren Jahren. Behandelt wurden Kniegelenke (53 %), Hüften (20 %), Rücken (14 %), Hände (6 %), Füße (5 %) und Schultern (2 %). Die Altersverteilung entsprach etwa der Alterspyramide in Deutschland, wenn man allein die über 40-Jährigen betrachtet. Gut 2/3 waren Frauen. Zum Vergleich: Die Lebenszeitprävalenz der Arthrose ist in Deutschland für Frauen etwa 50 % höher als für Männer. Die Patientenzusammensetzung in der Studie spiegelte die Altersstruktur und das Vorkommen von Arthrose in der Bevölkerung wider.
Die Auswertung der Schmerzwerte nach Abschluss der Befragung zeigte: Etwa 2/3 der Patienten erfuhren eine signifikante Verringerung ihres Schmerzwertes (typisch um 2 oder mehr), bei den unter 60-Jährigen sogar 89 %. Im Mittel über alle Patienten und Gelenke halbierte sich der Schmerzwert von 5,9 vor auf 3,0 nach der Goldimplantation. Die Patienten, die täglich Schmerzmittel einnahmen, konnten ihren Verbrauch durchschnittlich um mehr als 50 % reduzieren.
Die lange, 4-jährige Beobachtungsdauer erlaubte die Auswertung der zeitlichen Entwicklung der Schmerzreduktion. Im Mittel sank der Schmerzwert bereits bald nach der Goldimplantation auf die Hälfte und nahm dann nur langsam weiter ab (s. Bild: blau). Im beobachteten Vierjahreszeitraum sprachen Patienten entweder dauerhaft (50 % der Patienten) oder nicht (1/3) oder vorübergehend (1/6 der Patienten) auf die Behandlung an (s. Bild). Hier nahmen die Schmerzen im Mittel nach etwa drei Jahren allmählich wieder zu. Sie erfuhren eine vorübergehende Schmerzreduktion.
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Schmerzwerte der Patienten und Gelenke, die auf die Behandlung dauerhaft (D, dunkelgrün), zeitweise (Z, gelb) bzw. nicht ansprachen (N, orange) (blau: alle, hellgrün: D+Z) (gleitende Mittelwerte der erfragten VAS-Zeit-Daten) |
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Von den drei Risikofaktoren Alter, BMI und Geschlecht hatte nur das Alter einen nennenswerten Einfluss auf das Ansprechen auf die Behandlung.
Eine statistische Analyse zeigte eine hohe statistische Signifikanz der Ergebnisse und einen starken Effekt.
Fazit
Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial der Goldimplantation zur Schmerztherapie bei arthrotischen Gelenken, gestützt auf eine hohe Patientenzahl und einen langen Beobachtungszeitraum. Vor diesem Hintergrund und mit der bereits gewonnenen Evidenz erscheint es nunmehr geboten, die Goldimplantation in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen.
Veröffentlichung der Studienergebnisse in Vorbereitung
Auswertungen, Text und Grafik: Dietmar Hepper, Goldimplantation zur Gelenkbehandlung und Schmerztherapie e. V. – Team Ackermann, Hannover